Satellitenarten. Pierre Boulles „Planet der Affen“

Ich glaube, dass so gut wie niemand Pierre Boulles „Planet der Affen“ gelesen hat. Wobei: Ganz stimmen kann das freilich nicht. Aber mir ist dieser Roman noch in keiner Buchhandlung, keinem Antiquariat, keinem Bücherschrank über den Weg gelaufen. Zu Unrecht, wie ich meine.

Broken-Windows-Theory. Eine Erzählung für die Großstadt von morgen?

Wir leben doch alle irgendwie in Städten. Noch gibt es Ausnahmen, doch die sind deutlich auf dem absteigenden Ast. Der Kosmopolitismus steigt – und damit ein urbaner Provinzialismus, eine neue Dörflichkeit ab 1.000.000 Einwohner*innen aufwärts. Die passende Erzählung dazu? Die Broken-Windows-Theory.

Der Bücherschrankfund: „I, Robot“. Hoffnungslos outdated – oder?

Eine Eutopie? Eine Dystopie? Wer projiziert, wer hat Recht? Isaac Asimovs „I, Robot“ ist ein miso- und europhober Text über eine Welt jenseits von heute. Reinschauen lohnt sich in jedem Fall.

Der evolutionäre Materialismus, der Bildungsroman und das Sterben einer Welt. – Judith Schalanskys „Der Hals der Giraffe“

Der Roman ist zwar schon ein paar Tage alt, aber wie das halt so ist mit altem Wein in neuen Schläuchen: schmeckt halt trotzdem. Selbst wenn das Wortspiel leicht schief ist.

Rezension zu Mascha Unterlehberg: „Wenn wir lächeln“

Mascha Unterlehbergs Debütroman „Wenn wir lächeln“ ist kein Literatur gewordener Happy Place. Doch es gibt Happy Places in ihm – und die werden in schmerzhafter Schönheit evoziert. Ein beeindruckender Roman. Ein todtrauriger Roman.

Maximal Unangenehm: Christian Kracht „1979″

Geschichte wiederholt sich nicht, doch sie holt sich ein: als Farce. Was Christian Krachts „1979“ von 2001 uns heute (noch? / wieder? / erst?) sagen kann. – Ein Roman, der mehr ist als Splatter und Porno. Oder doch nicht?

LIQUID CENTER: „Wir kommen“. Oder: Wie viele Erzähler braucht ein Roman?

Was passiert, wenn 18 Autor*innen einen Stille-Post-Roman schreiben? Spoiler: Ein stiller Post-Roman wird es nicht. Aber immerhin schafft er bessere Kalauer. Das heißt: Er spart sie sich überhaupt und wird stattdessen ein ziemlich geiles Stück Literatur.

„An act of creation“. Rezension zu:„Native Son“ von Richard Wright.

Native Son von Richard Wright ist ein veritabler Klassiker. Als E-Book sehr einfach zu erreichen – und sehr schwierig zu lesen. Und das liegt nicht daran, dass Native Son sprachlich so anspruchsvoll wäre. Der Roman ist hart, gewaltätig und unangenehm. Native Son appelliert an das Verdrängte in uns.

Relektüre eines Klassikers. Rezension zu Arno Holz & Johannes Schlaf: Papa Hamlet

Papa Hamlet ist ein Text, der eigentlich zu früh erschienen ist. Mittlerweile ist das aber ziemlich egal. Klassiker ist Klassiker. Und dieser hier hat eine Relektüre unbedingt verdient. Eine Rezension zu einem bestenfalls noch unbekannten Text.