Ein Land mit Eigenschaften. Oder: Warum die AfD in Sachsen-Anhalt so stark ist

Bevor sich Sachsen-Anhalt ab dem 7. September (vielleicht) zur erfolgreichsten russischen Exklave nach Kaliningrad entwickelt, ist es für Textwandel.org an der Zeit, sich die Wüstung-in-spe zwischen Börde und Naumburg einmal genauer anzuschauen.

Vor allem aber geht es um eine Frage, die gefühlt ganz Deutschland gerade gebannt auf das Land blicken lässt: Was zur Hölle ist da los? Warum will fast jeder Zweite sein Kreuz bei der AfD machen?

Ein leeres Land zwischen Harz und Elbe

Ein kleiner Disclaimer: Sachsen-Anhalt ist ein vielseitiges, vielleicht da und dort verschlafenes, grundsätzlich aber liebenswertes Bundesland. Allerdings habe ich nur in Halle gelebt. Und von dort aus blickt man vielleicht immer noch ein wenig urbaner auf das anbrandende Land. Und doch glaube ich, dass dieses Land als leer bezeichnet werden kann. Im materiellen und im ideellen Sinn.

Materiell ist Sachsen-Anhalt insofern leer, als dass es Platz gibt. Viel Platz. Das Bundesland steht mit etwa 20.500 km² an achter Stelle nach Fläche, belegt mit seinen 2,12 Millionen Einwohnern aber lediglich den 11. Platz nach Bevölkerung. Die Bevölkerungsdichte ist nur in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg niedriger. Das kann man durchaus okay finden. 104 Personen pro Quadratkilometer bieten massig Platz, sich auszuleben. Zudem sind die Mieten relativ günstig, es bleibt also auch das nötige Geld übrig, sich auszuleben. Zumindest theoretisch.

Faktisch sind die Mieten aber vor allem in Plattenbausiedlungen oder im Schatten der Mansfelder Pyramiden niedrig. Da mag Platz sein, da ist aber auch nicht viel zu tun. Die Wege zu Arzt, Metzger oder Dorfkneipe sind weit. Einen Großteil des Tages verbringt man im Auto, denn der öffentliche Nahverkehr ist, wie er eben ist auf dem Land: nicht da.

Es ist dabei kein Wunder, dass eine Partei, die sich als Kümmerer und Karressierer des ländlichen Raums aufspielt, dabei irgendwie verfängt. Ob die AfD wirklich besser für den ländlichen Raum sorgt, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall gelingt es ihr, genau diese Erzählung von sich aufrechtzuerhalten.

Die ideelle Leere Sachsen-Anhalts

Dass der ländliche Raum mit seiner älteren und männlicheren Bevölkerung aus den Magdeburger Büros zwar überblickt, aber auch übersehen wird, ist allerdings kein Spezifikum des Landes. Spezifisch ist allerdings die ideelle Leere Sachsen-Anhalts.

– Was meine ich mit ideeller Leere? Um das zu klären, hole ich jetzt mal ein wenig aus. Ich beginne mit der Frage: Was ist Sachsen-Anhalt überhaupt?

Sachsen ist irgendwie klar. Thüringen sowieso. Brandenburg: check. Und Meck-Pomm hat halt die schönste Küste der Welt. Das Land Sachsen-Anhalt (LSA) aber ist Resultat eines kühlen Verwaltungsakts, einer Grenzziehung, bei der Territorien zusammengeschlossen wurden, die gar nicht so viel miteinander zu tun – und sich auch bemerkenswert wenig zu sagen haben.

Die Geschichte eines unheitlichen Landes

Sachsen-Anhalt wurde erstmals 1947 gegründet, blieb aber ein Provisorium. Bereits 1952 wurde das Land wieder kassiert und so wie alle Länder der DDR im Zuge der Verwaltungsreform 1952 in Bezirke aufgeteilt.

Fortan firmierte das Land als a) Bezirk Magdeburg im Norden und Westen und als b) Bezirk Halle im Süden und Osten (und eine kleine Ecke des Bezirks Erfurt gehört heute ebenfalls zu Sachsen-Anhalt). Allerdings ist die Bastardisierung als Bundeslandskonstituens noch kein Spezifikum, auch Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen vereinen schließlich mehr oder weniger unversöhnliche Mittelräume.

In Sachsen-Anhalt ist es aber noch ein wenig komplizierter. Denn das Land war schon uneinheitlich, bevor es überhaupt entstand. Da war zunächst einmal der Freistaat Anhalt mit seiner Hauptstadt Dessau (die mittlerweile ebenfalls zur Doppelstadt Dessau-Roßlau vereinigt worden ist). Der Freistaat Anhalt bestand aber nur zwischen 1918 und 1945. Vor 1871 handelte es sich bei Anhalt um ein Herzogtum, das wild in der Mitte zwischen Magdeburg und Halle kreuzte.

Der andere Landesteil – Sachsen – bezieht sich dabei nicht auf den benachbarten Freistaat Sachsen, sondern auf die Preußische Provinz Sachsen, die von 1815 bis 1944 Bestand hatte. Zur Provinz Sachsen gehörten auch Gebiete, die heute zu Thüringen (etwa Erfurt und Nordhausen), Brandenburg (z.B. Südfläming) oder Niedersachsen gehören (Bad Sachsa und Co.).

Sachsen-Anhalt: Das Stiefkind des Ländereinführungsgesetzes

Soweit zur Vorgeschichte. Eigentlich begründet wurde Sachsen-Anhalt natürlich erst 1990. Denn am 22. Juli 1990 verabschiedeten die Delegierten der Volkskammer der DDR das Ländereinführungsgesetz. Das klingt ziemlich trocken und ist es eigentlich auch.

Nicht ganz so trocken ist allerdings der Weg, der zur endgültigen Fassung der neuen Bundesländer führte. Selbstverständlich war ja nichts zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung, außer vielleicht der Gedanke, dass man nun neue Länder brauche und mit den Bezirken angesichts der Deutschen Einheit nichts mehr anzufangen war.

Zunächst wurde eine Zwei-Länder-Lösung diskutiert: Brandenburg und Sachsen. Die Idee wurde aber schnell verworfen und Thüringen mitberücksichtigt. Schließlich entschied man sich dazu, auch noch Mecklenburg-Vorpommern auszugliedern. – Und erst zu aller-, aber wirklich allerletzt rang man sich dann dazu durch, auch noch Sachsen-Anhalt zu bilden.

Tatsächlich schien schon alles in trockenen Tüchern. Alle Minister hatten bereits zugestimmt. Es musste nur noch vollzogen werden. Doch dann meldeten die Bezirksführungen Redebedarf an. Alles nochmal neu: Voilà, LSA erblickt das Licht der Welt. Sachsen-Anhalt ist damit das jüngste Bundesland der Republik. Und genau das ist das Problem – denn das spielt der AfD in die Karten.

Wenn ein zuviel an Geschichte die Integration verweigert

Sachsen-Anhalt, das kann man an diesem kleinen verwaltungspolitischen Exkurs sehen, hat eine bewegte Geschichte. Allerdings hat der Raum, der von den Grenzen des Verwaltungsaktes LSA umfasst wird, eine weitaus größere Geschichte. Nicht umsonst beherbergt das Land sechs Unesco-Welterbestätten.

Klammert man die drei Naturerbestätten aus, hat Deutschland 52 Welterbestätten. Knapp zwölf Prozent davon liegen in Sachsen-Anhalt. Nicht schlecht für ein Land, dass gerade einmal 2,5 Prozent der Einwohner der Republik stellt.

Ich glaube aber, dass diese sechs Welterbestätten zwar im Land liegen, tatsächlich aber nur lokal auf die Identifizierung einzahlen. Grundsätzlich wäre das nicht weiter verwunderlich. Eine Stätte dehnt sich selten über eine bestimmte Region aus. Wer in München wohnt, partizipiert nicht direkt an Neuschwanstein, Sanssouci ist ziemlich weit weg von Kyritz an der Knatter.

Und doch ist es noch ein wenig anders gelagert in LSA. Denn Neuschwanstein steht für Bayern, Sanssouci für Brandenburg. Das Bauhaus ist allerdings eine sehr Dessauer Angelegenheit. Die Himmelsscheibe von Nebra ist ein Triumph des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle. Die Quedlinburger Altstadt ist in Salzwedel oder Benneckenstein kein Identifikationsangebot. Der Naumburger Dom ist sowieso ein Fremdkörper und Luther hat mit Sachsen-Anhalt als Sachsen-Anhalt in jeder Hinsicht sehr wenig zu tun.

Die Welterbestätten schaffen keine übergreifende Integration – sie stehen nicht für Sachsen-Anhalt

Für sich genommen sind all diese Stätten natürlich bedeutend. Was aber nicht aus ihnen erwächst ist eine übergreifende Identität. Es fehlt an einer Synthese. Die einzelnen Elemente werden nicht integriert. Es bleibt bei einer Häufung lokaler Identitätsstifter.

Das Gleiche gilt für andere irgendwie bedeutende Topoi im Land: der Brocken hat keine Verbindung zu den Mansfelder Pyramiden und ist der Altmark so fremd wie der lieblichen Weinregion Saale-Unstrut. Sowohl Bismarck als auch Nietzsche wurden auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts geboren. Trotzdem ergibt sich keine Klammer. Das älteste Gedicht deutscher Sprache stammt aus Merseburg und in der Nähe von Ha-Neu gibt es sogar ein Örtchen, das wie der Ursprung alles Deutschen klingt: Teutschenthal. Wollte man eine Mythologie des Deutschen schreiben, an der Gegend zwischen dem verrückten Tangermünde, dem Wurstort Halberstadt und der Stadt des synthetischen Benzins Leuna führte kein Weg vorbei.

Und doch, eines jedenfalls fällt mir bei dieser langen Liste nicht ein: das Land Sachsen-Anhalt. Ach, das ist liegt auch in Sachsen-Anhalt? In meinem Kopf wenigstens kam dieser Satz bereits mehr als einmal vor. Und ich glaube, dass das auch einigen Sachsen-Anhaltinern genau so geht. – Und wo wir schon von Sachsen-Anhaltinern sprechen: ist das überhaupt der korrekte Begriff? Gibt es überhaupt einen Begriff für sie? Sind sie nicht wirklich vor allem Kabelsketaler, Löberitzer oder eben: Teutschenthaler?

Die hohe Identität mit der Region und ihre Auswirkung auf die Identifikation mit dem Land

Man kann den Identitätsmangel tatsächlich empirisch unterfüttern. So muss der Sachsen-Anhalt-Monitor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen Anhalt schon ein „Land mit Eigenschaften“ nennen. Und das ist so leer wie das Land und ein schöner Nachweis dafür, wie hilflos man in Magdeburg daran arbeitet, ein kollektives Wir zu beschwören.

Zugegeben: Es gibt schon ein verhaltenes Wir in LSA. Dennoch identifizieren sich 2025 mehr Leute mit a) ihrem Wohnort und b) Ostdeutschland in tutto als mit dem Verwaltungsakt LSA. Und das ist nicht erst seit gestern so. 2010 identifizierten sich zumindest die Bewohner des Landes, die bereits vor 1990 in Ostdeutschland gelebt hatten, zuerst mit Ostdeutschland, dann mit ihrem Wohnort, dann mit der Region und dann mit LSA. 2020 ist es zuerst der Wohnort, dann Ostdeutschland, dann LSA.

Mit. Anderen. Worten: Trotz seiner geradezu absurden Kulturhistorik-Dichte ist Sachsen-Anhalt kein Land, mit dem man sich flächendeckend identifiziert. Und genau das hat etwas mit dem unheimlichen Erfolg der AfD zu tun, wie ich meine.

Die AfD betätigt sich als Lückenfüller der Leere

Die AfD füllt nämlich das Loch zwischen Großraum und Region. Der Großraum ist dabei nicht Gesamtdeutschland, sondern Ostdeutschland. Westdeutschland ist aus dieser Sicht das Andere. Die ostdeutsche und die lokale Identität streiten sich im Land um den Spitzenplatz. Sachsen-Anhalt selbst ist weit davon entfernt, als Identifikationsfläche zu dienen.

Der AfD gelingt es – das hatten wir schon – sich als lokalen Kümmerer darzustellen. Dabei stellt sie nicht einen einzigen Landrat und es gibt nur einen einsamen Bürgermeister von der AfD. – Und der bekommt unanständig viel Aufmerksamkeit, regiert er doch eine Stadt, die außer ihren knapp 9.000 Einwohnern keiner kennen würde, hätte sie keinen AfD-Bürgermeister.

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob die AfD wirklich der große lokale Kümmerer ist, als der sie sich darstellt. Das Lokale, die Keimzelle der Demokratie, entdecken schließlich alle Parteien wieder für sich. Dass es die Grünen als Stadt mit Urban-Stempel dabei schwerer haben als andere, ist kein großes Rätsel.

Und auch wenn Magdeburg keine Weltstadt ist, das Lokale ist von der Metonymie Magdeburg gefühlt genauso weit weg wie von Berlin. Das läuft analog zu den Welterbestätten. Selbst die Magdeburger Lokalpolitik ist von der Landespolitik, die in der gleichen Stadt stattfindet, strenger getrennt als die räumliche Nähe suggeriert.

Und Lokalpolitik läuft einfach anders. So hat die AfD bei der letzten Kommunalwahl 28,1 Prozent der Stimmen bekommen. Das ist viel, aber deutlich weniger als bei der Bundestagswahl im Land zusammenkamen. Da waren es nämlich 38,8 Prozent. Und die sind deutlich näher an den derzeitigen Umfrageergebnisse zur Landtagswahl. Dort liegt die AfD laut Infratest Dimap bei 42, laut Forschungsgruppe Wahlen bei 40 Prozent. Ein Zufall?

Nein. Die AfD führt einen (Landes-)Wahlkampf, der immer auch in Richtung Berlin weist. Das ist nicht neu. Das wird vom BSW genauso betrieben. Das wird seit Jahren von den übrigen Parteien kritisiert. Und dass ein Landeswahlkampf sich an Bundesthemen abarbeitet, ist auch ziemlich dämlich, eigentlich. Aber all das ändert nichts daran: der AfD-Wahlkampf ist ziemlich erfolgreich. Doch woran liegt das?

Warum der Anti-Berlin-Wahlkampf der AfD nützt

Die AfD führt einen Strohmann-Wahlkampf: Probleme vor Ort werden Berlin angelastet. Das hat mindestens drei Vorteile:

1. Sollte die AfD an die Macht kommen, kann man ihr die mangelnde Lösung der Probleme gar nicht anlasten. Denn: Berlin ist schuld. Das ist billig, aber wo Geiz geil ist, kann das auch klappen.

2. Die AfD kann genau den Wahlkampf führen, der ihr liegt. Mit Berlin, das für eine abgehobene Globalisierungselite steht, steht ein hochfunktionales Feindbild zur Verfügung. Berlin wird für all möglichen Verletzungen und Abwertungen verantwortlich gemacht. Zusätzlich kommen aus Berlin aber auch wirklich schlechte Entscheidungen. Anders ausgedrückt: Auf die Bundesregierung als Gegner können sich alle einigen.

3. Die AfD ignoriert so das Land Sachsen-Anhalt als defizitäre Identitätsfläche. Weil die Ost-West-Dichotomie aufgemacht wird, steht LSA nicht mehr für sich selbst, sondern für den ganzen Osten. Und der Osten zieht als Identitätsstifter. Und wie.

Familienfest-Siegmund gegen Golfplatz-Schulze

Ähnliches passiert in Thüringen. Auch dort wurde der Wahlkampf 2024 nicht auf die Thüringer Verhältnisse zurechtgeschnitten, sondern das ganze Ostdeutschland in Beschlag genommen. Und das gelingt in Thüringen wie in Sachsen-Anhalt. Und zwar, indem die AfD im Lokalen ansetzt.

Für den heutigen Freitag, 28. August, hat Sven Schulze zwei Termine. Zwischen 7 und 8.30 Uhr betrieb er Haustürwahlkampf in Magdeburg. Heute Abend ist war ab 18 und auf dem parlamentarischen Sommerfest in Dessau. Das fand übrigens auf einem Golfplatz statt. Hmm.

Ulrich Siegmund war heute zunächst für zwei Stunden in Sangerhausen (11 bis 13 Uhr) und ab 14 Uhr beim Familienfest in Hettstedt.

Für den CDU-Mann ist jetzt erstmal Wochenende. Siegmund hingegen ist morgen beim nächsten Familienfest (Röblingen am See). Auch am Sonntag steht ein Familienfest an, diesmal in Schkopau. Sollte er die auf der Seite der AfD angegebenen Zeiten tatsächlich vollständig bei den drei Festen verbringen, ergäbe das insgesamt 14 Stunden Wahlkampf.

Montag geht es weiter: Siegmund hat vier Termine. Zwischen 9.30 und 11 Uhr ist er am Infostand in Wolmirstedt. Von 11.45 und 13 Uhr bei dem in Oschersleben. Um 15.30 Uhr ist er für eine Dreiviertelstunde am Eislebener Infostand und zwischen 17 und 18.30 Uhr beim Bürgerdialog in Klein-Wanzleben. Am Dienstag ist er für drei Stunden beim Demokratiefest angekündigt.

Erst am Mittwoch findet Schulze wieder im Wahlkampf statt. Er tritt um 13 Uhr bei der MZ-Wahlarena an, um 17 Uhr folgt die Wahlarena von NTV & Radio Brocken. Bei beiden Veranstaltungen wird Ulrich Siegmund allerdings auch da sein.

Zugegeben: danach hat Schulze noch einige Auftritte, die sind mit einer Ausnahme aber alle in Magdeburg. Klar, Schulze muss als Ministerpräsident mehr arbeiten als Siegmund. Dennoch ist es nicht so, dass Siegmund erst jetzt in den Turbo-Modus schalten würde.

Neben den diversen Simson-Ausfahrten, war er bei Grillfesten, fuhr mit der HSB auf den Brocken, war bei einer Montagsdemo und immer, immer wieder auf Familienfesten. In diesem Sinne kümmert sich die AfD tatsächlich ums Lokale: Bitterfeld, Coswig, Zeitz, Gräfen-Heinichen – es macht fast den Eindruck, Siegmund sei überall da, wo Schulze nicht hinreicht.

Und das ist ein riesiges Problem, denn der Unterschied zwischen Schulze und Siegmund liegt nicht nur in den gefressenen Kilometern, sondern auch im jeweiligen Image, das die beiden von sich verbreiten. Was das mit dem Mangel an Identifikation mit LSA zu tun hat – darum geht es im nächsten Abschnitt.

Graues Land, graue Landesväter – und der entscheidende Bruch des Reiner Haseloff.

Die ostdeutschen Bundesländer waren lange Zeit ziemlich grau. Damit meine ich nicht ihre ästhetischen Qualitäten, denn da sind die Länder, wenigstens meiner bescheidenen Meinung nach, einschl. Berlin so ziemlich das Schönste, was Deutschland zu bieten hat. Grau war aber die politische Integration.

Abgesehen von den ersten Landtagswahlen 1990 waren die Wahlbeteiligungen häufig eher niedrig. Das gilt besonders für Sachsen-Anhalt, wo mit 44,4 Prozent bei der Landtagswahl 2006 der bundesweite Negativrekord gehalten wird. Zwischen den Wahlen 2011 und 2016 ging die Beteiligung aber wieder nach oben. Die Gründung der AfD war 2013.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Sachsen. Dort lag die Beteiligung 2009 bei 52,2 und 2014 bei 49,2 Prozent. Bei der Wahl 2014 schaffte die AfD aus dem Stand 9,7 Prozent. Eine sogenannte Flüchtlingskrise später lag die Wahlbeteiligung in Sachsen plötzlich bei 66,5 Prozent. Mittlerweile ist Sachsen das Land mit der höchsten Wahlbeteiligung: 74,4 Prozent. In NRW gab es solche Werte zuletzt in den 80ern.

Dass der Osten auf Landesebene zuvor politisch eher grau war, fiel aber nicht weiter auf. Denn jahrelang gab es auch die entsprechenden grauen Männer dazu, die die ostdeutschen Länder irgendwie okay (d.h. grau) regierten. Anders gesagt: Man hörte nicht viel aus Dresden in jenen einfacheren Zeiten vor Michael Kretschmer. In Thüringen gab es den ewigen Ministerpräsidentenprofi Bernhard Vogel – und auch Dieter Althaus war bemerkenswert minderprofiliert. Bis er sich die Skier unterschnallte. Von Mathias Platzeck und Erwin Sellering müssen wir gar nicht reden. Keiner von den genannten hat das Potenzial, eine leere Landesidentität mit Charisma zu füllen.

Und genau das schien auch für Reiner Haseloff zu stimmen. Haseloff war zunächst einmal so blass und langweilig wie sein Nachfolger Sven Schulze, der die Langeweile schon im Namen trägt. Und vielleicht trägt Haseloff sogar eine Mitschuld daran, dass die AfD jetzt so groß scheint – darum geht es weiter unten.

Gleichzeitig konnte Reiner Haseloff das Image des Langweiligen aber geradezu grandios abschütteln. Er wurde gelobt für seinen 2021er-Wahlkampf, der ganz auf AfD-Verhinderung zurechtgeschneidert war. Dabei wurden Narrative aktiviert, die ihn als dienstältesten Ministerpräsidenten der Bundesrepublik zu einer Art Ewigkeitsgröße aufbauschen sollten. Haseloff erschien als der ultimative Landesvater.

Und das hat sogar geklappt. Das Narrativ lautete: Haseloff war schon immer hier, ist sitzfleischig, äußerst deutsch, anständig und deswegen genau der richtige für ein Land, mit dem sich eigentlich niemand identifiziert. Was das Land an Projektionsfläche nicht hatte, bot Haseloff. Aber Haseloff hatte eben noch etwas anderes – und das ist der entscheidende Punkt.

Der Bundesreiner

Während der Pandemie konnte sich Haseloff bemerkenswert stark profilieren. Plötzlich war er überall zu sehen, sprach sozusagen die Stimme der Vernunft und des Ausgleichs, er war klug, besorgt und wirkte kompetent. Besonders stark wurde das dann im 2021er-Wahlkampf gegen die AfD ausgeschlachtet.

Haseloff wurde auf einmal das Gesicht der Brandmauer – und er vertrat es gut. Haseloff war, was Merz gerne wäre: der Konservative, der seine Schäfchen mit Anstand hütet – und den Wolf nicht dadurch abhält, dass er sich proaktiv auf seine Schäfchen stürzt. Haseloff war der personifizierte, konservative Widerstand gegen die AfD.

Kurz vor der Landtagswahl 2021 war Reiner Haseloff damit der prominenteste ostdeutsche Ministerpräsident. Ja, er gehörte zu den prominentesten Ministerpräsidenten überhaupt. Und sowas, das merkt man im Land. Haseloff konnte zum personifizierten Identifikationsangebot werden. Dass das verfängt, ist nicht unbedingt erwachsen und erinnert natürlich auch an Daddy Issues, aber es funktioniert.

Bemerkenswert daran ist aber, dass sowohl das Pandemie-Management als auch die Brandmauer nicht an den Ländergrenzen Halt machen. Eigentlich hat auch Haseloff einen Wahlkampf geführt, der über LSA hinauswies.

Aber dann, nach diesem Ewigkeitswahlkampf mit Berlin-Ausrichtung, der die AfD tatsächlich auf 20,8 Prozent drückte, war Schluss. Nicht besonders plötzlich, immerhin verstrichen vier Jahre zwischen Wahl und der Ankündigung, nicht noch einmal anzutreten. Aber gemessen am implizierten Ewigkeitsversprechen, mag sich das für viele Wähler ziemlich plötzlich angefühlt haben.

Der verunglückt überreichte Staffelstab

Und Landes-Daddy Haseloff hinterließ eine phänomenale Lücke. Sein von ihm selbst geadelter Nachfolger ist zwar irgendwie sympathisch und er wirkt auch nicht inkompeten, er hat sogar eine Art Humor, aber er hat einfach nicht das bundespolitische Format, das Haseloff sich erarbeiten konnte. Haseloff hätte neben Söder niemals eine so fulminant schlechte Figur abgegeben.

Früher mögen solche Übergänge funktioniert haben. Haseloff kannte ja auch niemand, bevor er an die Macht kam. Er war genauso ein Nachfolger von Papas Gnaden.

Das Problem ist aber, dass die AfD nicht aufgehört hat, die großen Themen zu adressieren und das trifft auf eine Bevölkerung, die zunehmend politisiert ist – selbst wenn die Politisierung auf eine Populisierung zurückzuführen sein sollte. Elitenkritik hat heute, nach der Pandemie, einen ganz anderen Stellenwert. Jahrelang haben sich Politiker hohe Wahlbeteiligungen gewünscht. Jetzt haben sie sie. Und den Salat gleich dazu.

Und weil Elitenkritik mittlerweile Commonsense ist, funktionieren solche Mechanismen der Machtübergabe nicht mehr. Ja, schlimmer noch, es wirkt fast wie ein Bruch von Wahlversprechen, dass Haseloff nicht mehr antritt. Auch wenn das Unsinn ist, schließlich wollte er schon 2021 gar nicht mehr antreten.

Sachsen-Anhalt 2026: eine neue Gräue

Haseloff hatte also, was Schulze nicht hat. Ich will es nicht Air nennen, auch Charisma trifft es nur so halb. Es ist vor allem eine graue, gute Verlässlichkeit. Und weil Schulze das nicht bietet, kann Siegmund hier anschließen, denn grau ist er eigentlich auch. Aber es ist eine Gräue, die tanzen gelernt hat.

Siegmund ist durch und durch Provinz und damit grau. Gleichzeitig aber wirkt er durch seine Vertreterattitüde auf eine (eingehegte) Art und Weise weltmännisch. Das ist paradox, aber anschlussfähig. Er ist der Ulli aus Tangermünde: Jung, brutal, gutaussehend – einer, der Provinz mit Chic verbindet. Zugegeben, es ist kein Berliner Chic, sondern der Chic der Dörfer. Siegmund ist der Ladykiller vom Schützenfest und trotzdem klein genug, dass er niemanden an seine eigene Inferiorität gemahnt. Siegmund ist einer, auf den man sich einigen kann. Er imponiert nicht, ist aber auch kein tapsiger Bär.

Ein tapsiger, blasser Bär ist hingegen Sven Schulze und der versucht sich in der Rolle des kompetenten Ministerpräsidenten, was er vielleicht sogar ist. Doch das hätte bei Haseloff ja auch nicht gereicht. Es musste ein Wahlkampf her, der über den Magdeburger Landtag hinausweist. Während Haseloff gegen Impfgegner, den Rechtsruck und gleichzeitig gegen Hysterie und Panikmache antrat, verweist Schulze auf gutes Handwerk.

Siegmund aber verspricht etwas anderes: eine Bewegung, eine umfassende Veränderung, eine Politik zum mitmachen. Siegmund verspricht Interaktion, etwas anderes, neues, radikales. Und das mobilisiert. Gerade weil Siegmund genug Provinzialität mitbringt, um anschlussfähig zu bleiben.

Doch die Provinzialität Siegmunds ist eine, die über die lokalen Identitäten hinausweist, sie dabei aber integrieren kann. Symbolisch sind die Simson-Ausfahrten: Hier wird ostdeutsche Identität als Übergreifendes präsentiert, als Zusammenhang disparater Orte – und als Fest. So gelingt es, die Leere, die die Verwaltungseinheit LSA aufweist, mit Begeisterung zu stopfen. Sachsen-Anhalt ist tatsächlich ein „Land mit Eigenschaften“, aber daraus folgt noch lange keine Einheit. Der AfD aber gelingt es, den Anschein einer solchen Einheit zu produzieren.

Ulrich Siegmund: ein grauenhafter Ministerpräsident, aber einer aus Teflon

Ulrich Siegmund wird, falls er wirklich Ministerpräsident wird, natürlich ein grauenhafter Ministerpräsident sein. Aber das kann ihm egal sein. Und seiner Partei genauso. Er wird sich auch nach der Wahl verkaufen können und er wird weiter auf Berlin weisen. Er ist Teflon-Ulrich – an ihm bleibt nichts haften. Und das gilt auch für seine Partei. Selbst wenn die AfD irgendwann im Reichstag den Ton angeben sollte, wird sie neue (und alte) Sündenböcke finden.

Die AfD wird sich nicht entzaubern lassen, selbst dann nicht, wenn sie regiert. Entzauberung funktioniert nicht. Denn aus Bezauberung erwächst höchstens Enttäuschung. Und Enttäuschung sorgt entweder für a) Abkehr oder b) Stärkung der Radikalen. Es kann damit sogar passieren, dass die AfD, sollte sie regieren, gerade dadurch, dass sie schlecht regiert, weiteren Zulauf erhält.

In jedem Fall ginge ein Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt zu Lasten des Landes Sachsen-Anhalts. Und das wäre schade. Denn auch wenn Sachsen-Anhalt irgendwie ziemlich leer ist, ist es doch ein verdammt schönes Bundesland mit vielen, vielen anständigen, zuverlässigen und liebenswerten Menschen.

Ich glaube an Sachsen-Anhalt. Und vielleicht sogar ein bisschen an den blassen Bären Schulze.


Kommentare

3 Antworten zu „Ein Land mit Eigenschaften. Oder: Warum die AfD in Sachsen-Anhalt so stark ist“

  1. Zur AfD in Sachsen-Anhalt: Nicht die „Leere“ allein erklärt den politischen Rechtsruck

    Ihr Beitrag stellt eine interessante These auf: Die AfD fülle in Sachsen-Anhalt eine Lücke zwischen lokaler Identität und einer übergreifenden ostdeutschen Zugehörigkeit. Das ist als soziologische Hypothese ernst zu nehmen. Als Erklärung für die gegenwärtige Stärke der AfD reicht es jedoch nicht aus.

    Zunächst eine wichtige Korrektur der Perspektive: Sachsen-Anhalt ist tatsächlich historisch ein heterogenes Gebilde. Aber aus historischer Heterogenität folgt nicht automatisch politische Identitätslosigkeit. Regionen müssen keine jahrhundertelang gewachsene politische Einheit sein, um demokratische Zugehörigkeit zu entwickeln. Auch Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg sind historisch zusammengesetzte Länder. Politische Identität ist kein Naturprodukt, sondern entsteht durch gemeinsame Institutionen, Erfahrungen, soziale Beziehungen und demokratische Beteiligung.

    Die aktuelle politische Lage ist allerdings unübersehbar. Bei der Landtagswahl am 6. September 2026 wird Sachsen-Anhalt neu wählen. Die jüngsten Umfragen sehen die AfD bei etwa 40–42 Prozent und damit deutlich vor der CDU. In der aktuellen Infratest-dimap-Erhebung liegt die AfD bei 42 Prozent, die CDU bei 22 Prozent. Das ist jedoch eine Momentaufnahme, keine Prognose des tatsächlichen Wahlergebnisses. (www.infratest-dimap.de⁠)

    Noch interessanter ist der Vergleich mit 2021: Damals erhielt die CDU 37,1 Prozent, die AfD 20,8 Prozent. Die gegenwärtigen Umfragewerte würden damit eine nahezu Verdoppelung des AfD-Anteils bedeuten. Gleichzeitig ist die Wahlbeteiligung keineswegs zwangsläufig Ausdruck politischer Apathie: 2021 lag sie bereits bei 60,3 Prozent. (Wahlergebnisse Sachsen-Anhalt⁠)

    Damit wird eine entscheidende Frage sichtbar: Warum gelingt es der AfD, vorhandene Unzufriedenheit politisch zu bündeln?

    Hier würde ich Ihrer Analyse zustimmen – aber sie erweitern. Regionale Identität ist wahrscheinlich ein Faktor, aber nicht die Gleichung

    Identitätsdefizit → AfD.

    Eine realistischere Annäherung wäre:

    AfD-Erfolg = f(ökonomische Lage, institutionelles Vertrauen, kulturelle Konflikte, Ost-West-Erfahrungen, Migration, Parteiorganisation, politische Kommunikation, lokale Präsenz, Protestverhalten).

    Das ist keine exakte mathematische Gleichung, sondern ein Hinweis auf ein multikausales Modell. Wer einen komplexen politischen Prozess auf eine einzige Variable reduziert, produziert zwar eine elegante Erzählung, aber noch keine ausreichende wissenschaftliche Erklärung.

    Auch die Metapher von Sachsen-Anhalt als „leerer“ Landschaft verdient Vorsicht. Ein Land mit rund zwei Millionen Einwohnern, Universitäten, Industrie, Landwirtschaft, Städten wie Halle und Magdeburg, bedeutenden Kulturstätten und einer außerordentlich dichten deutschen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte ist nicht „leer“. Leer können sich vielmehr öffentliche Räume, politische Repräsentation oder Zukunftserwartungen anfühlen. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

    Und hier liegt meines Erachtens der ethische Kern.

    Wer Menschen in strukturschwachen Regionen lediglich als Opfer von Populismus betrachtet, macht denselben Fehler wie jene politische Elite, die ihre Lebenswirklichkeit nur aus Statistiken betrachtet. Menschen sind nicht „abgehängt“, weil sie auf dem Land leben. Sie besitzen Würde, Urteilskraft und politische Erfahrung. Ihre Sorgen verdienen weder Verachtung noch romantische Verklärung.

    Die AfD sollte deshalb demokratisch argumentativ bekämpft werden – nicht durch die moralische Abwertung ihrer Wähler. Das Grundgesetz garantiert Parteienfreiheit und politische Willensbildung; zugleich verlangt Art. 21 GG, dass die innere Ordnung von Parteien demokratischen Grundsätzen entspricht. Über die Verfassungswidrigkeit einer Partei entscheidet allein das Bundesverfassungsgericht. (Gesetze im Internet⁠)

    Das ist eine wichtige rechtsstaatliche Grenze: Eine starke Partei ist nicht deshalb verfassungswidrig, weil sie stark ist. Umgekehrt wird eine demokratische Gesellschaft nicht dadurch verteidigt, dass man politische Gegner pauschal entmenschlicht. Das Bundesverfassungsgericht betont ausdrücklich den offenen Prozess politischer Willensbildung und die Bedeutung des freien politischen Wettbewerbs; ein Parteiverbot ist die äußerste Ausnahme. (Bundesverfassungsgericht⁠)

    Gerade deshalb halte ich auch die Formulierung vom „grauenhaften Ministerpräsidenten“ für problematisch. Politische Kritik sollte sich an Programmen, Handlungen, Verfassungsfragen und überprüfbaren Tatsachen orientieren – nicht an der vermeintlichen moralischen oder persönlichen Minderwertigkeit eines politischen Gegners. Demokratie braucht Streit, aber sie braucht Streit ohne Verachtung.

    Philosophisch erinnert uns Hannah Arendts Analyse des Totalitarismus daran, dass politische Entfremdung gefährlich werden kann, wenn Menschen das Gefühl gewinnen, in ihrer Gesellschaft keinen wirksamen Platz mehr zu besitzen. Demokratische Politik muss daher nicht nur Probleme lösen, sondern Menschen wieder das Gefühl geben, Subjekte ihrer politischen Ordnung zu sein.

    Auch religiös lässt sich daraus eine einfache, aber anspruchsvolle Maxime ableiten: Der politische Gegner bleibt Mensch. Das christliche Gebot der Nächstenliebe macht keinen Unterschied zwischen sympathischen und unsympathischen Wählern. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Mk 12,31) ist gerade dort anspruchsvoll, wo politische Gegensätze groß sind.

    Die eigentliche Aufgabe wäre deshalb nicht, Sachsen-Anhalt eine künstliche Identität zu verordnen. Sie bestünde darin, eine gemeinsame Zukunft praktisch erfahrbar zu machen: erreichbare Ärzte und Schulen, funktionierenden öffentlichen Verkehr, gute Arbeitsplätze, digitale Infrastruktur, sichere Gemeinden, kulturelle Teilhabe und eine Verwaltung, die Bürger nicht als Bittsteller behandelt.

    Denn Identität entsteht langfristig weniger durch Wahlkampfmythen als durch gemeinsame Erfahrungen.

    Vielleicht liegt deshalb die entscheidende Frage für den 6. September nicht darin, ob Sachsen-Anhalt „leer“ ist.

    Sondern darin, ob seine Bürger noch glauben, dass dieses Land ihnen gehört – und dass ihre Stimme tatsächlich etwas verändern kann.

    Eine demokratische Antwort darauf darf weder AfD-Wähler verachten noch ihre politischen Angebote verharmlosen. Sie muss beides zugleich können: den Menschen respektieren und die politische Position entschieden kritisieren.

    Das wäre nicht nur politisch klüger. Es wäre auch menschlich würdiger.

    Quellen: Offizielle Wahlbehörden Sachsen-Anhalt bestätigen den Wahltermin am 6. September 2026. Die aktuellen Umfragewerte stammen insbesondere aus Infratest dimap und der Forschungsgruppe Wahlen; beide weisen auf den deutlichen AfD-Vorsprung hin, zugleich bleibt die absolute Mehrheit unsicher. Die amtlichen Ergebnisse von 2021 ermöglichen den historischen Vergleich. Verfassungsrechtlich maßgeblich sind Art. 21 GG und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Parteienfreiheit und zum Parteiverbot.

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  2. Avatar von
    Anonymous

    solange es in Berlin niemanden so richtig interessiert, kommt wohl in einer Woche die Quittung und es wird blau. Zu hoffen ist, dass wenigstens dann Herr Merz aufwacht und nicht mehr alles schönredet. Höchste Zeit und ziemlich gefährlich ⚠️ wird es allemal – Daniel

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    1. Gefährlich wird es, wenn man dem Gegner die Würde als Mensch abspricht und ihm keine Argumente mehr entgegenzusetzen hat.

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